Education : Medizinische Psychologie und Soziologie

Medizinische Psychologie und Soziologie

EUR 24,95


Referenzwerk für Mediziner - Als Mediziner stellt sich grundsätzlich erst einmal die Frage: Brauche ich im Rahmen meiner Ausbildung überhaupt ein Buch für die Medizinische Psychologie / Soziologie oder bekomm ich es auch mit Skripten hin? Klar, letzteres funktioniert, aber einerseits werden im 1. Staatsexamen (Physikum) relativ viele Fragen zu diesem Gebiet gestellt, andererseits ist dieses vorklinische Fach für viele Abläufe in der Klinik wichtig, z.B. für die Arzt-Patientenbeziehung. Dieses Buch, am GK orientiert und mit vielen klinischen Fallbeispielen gespickt, schafft es, ein theoretisches Thema praxisorientiert darzustellen und ist dabei noch flüssig und angenehm zu lesen. Alles in allem, klare Kaufempfehlung!

Vollkommen überbewertet - Anhand zweier Auszüge (die zwar pointiert, aber durchaus repräsentativ zumindest für die von Faller selbst verfaßten Kapitel sind) kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit diesem neuen Standardwerk gut beraten ist. Herr Wischmann (siehe Rezension unten) arbeitet übrigens am selben Institut wie ein Mitautor des Buches.Aber zurück zu Faller, der dieses Buch mit unnötigen Phrasen und redundanten Füllwörtern unnötig in die Länge zieht, zudem wirkt gerade das Kapitel zu den biologischen Grundlagen äußerst verquer, indem es scheinbare Gründlichkeit suggeriert.1) Sozialer Status kann deshalb nicht ohne weiteres als Umweltfaktor interpretiert werden, sondern stellt gewissermaßen auch ein Persönlichkeitsmerkmal dar. (Zshg.: IQ korreliert mit Bildungsniveau)Dieses These, die Faller seinen Lesern als Wahrheit verkaufen will, halte zumindest ich für reaktionär. Eine Korrelation (niedriger IQ in sozialer Unterschicht) liefert doch noch keine kausale Erklärung! Ist es nicht vielleicht sogar andersherum, daß das Zementieren der Bildungsungerechtigkeit in Deutschland auch einen erheblichen Beitrag dazu leistet, daß der IQ in der sogenannten Unterschicht unter dem der Restbevölkerung liegt? Ein Kind, das mehr gefördert wird, mehr (intellektuell) gefordert wird, dessen soziales Umfeld protektive Faktoren wie Unterstützung und Anerkennung liefert, ist sicher tendentiell besser beim Absolvieren eines Intelligenztests. Wir führen nicht umsonst eine Debatte um Bildungschancen, die so herkunftsabhängig sind in Deutschland.2) Sprachliche Kommunikation kann zu einer Verarmung der Ausdrucksmöglichkeiten führen.Das klingt nicht nur so aus dem Zusammenhang genommen abstrus. Es ist ja schlechterdings unmöglich, sich sprachlich zu kommunizieren, ohne para- und non-verbal sich auszudrücken. Und selbst wenn man nur über elektronische Texte kommuniziert, so ist es auch gar nicht möglich, sich nicht auszudrücken - vielmehr muß man ja den Wegfall von Para- und Non-Verbalität ausgleichen.Es gibt meines Erachtens kein außerordentlich gutes Buch zur medizinschen Psychologie und Soziologie, das sich am Gegenstandskatalog orientiert.

Das neue Standardwerk der MedPsych/MedSoz - Setzte schon die erste Auflage neue Standards bei den medizinpsychologischen Lehrbüchern, dürfte diese zweite, gründlich überarbeitete Neuauflage für längere Zeit den Goldstandard darstellen: höchstaktuell (Stand Februar 2006), aus einem Guss, alle Grundlagenbereiche der Medizinischen Psychologie und Soziologie abdeckend, vom Layout und den didaktischen Elementen her hochprofessionell, mit vielen praktischen Beispielen und mit hervorragenden Verweisen auf weiterführende Literatur. Wer dieses Lehrbuch durchgearbeitet hat, wird nicht nur die ärztliche Vorprüfung bestehen, sondern auch ein fundiertes Grundwissen in diesen wichtigen vorklinischen Fächern besitzen - und Lust gewonnen haben, sich noch intensiver mit diesem spannenden Fachgebiet auseinander zu setzen.

Wichtiges Einführungswerk - Die klassische kurative Denkweise in der Medizin, die sich auf ein rein bio-medizinisches Krankheitsmodell stützt, ist trotz beachtlicher Teilerfolge in vielen Bereichen an ihre Grenzen gestoßen. Die Ergänzung der bio-medizinisches Perspektive durch psychosoziale Betrachtungsweisen ist unerläßlich, um den Veränderungen des Krankheitsspektrums Rechnung zu tragen, aber auch den Folgen der medizinischen Entwicklung gerecht zu werden. Gerade im Gefolge ständiger Technikschübe, welche den Alltag der Medizin verändern, gewinnt das Verhältnis zwischen Arzt und Patienten neue Konturen. Das vorliegende Lehrbuch nimmt für sich in Anspruch, die naturwissenschaftliche Ausbildung durch die Vermittlung der psychologischen und sozialen Dimension der Medizin zu ergänzen(V). Die Verf. heben drei Dimensionen psychischer und sozialer Aspekte in der Medizin hervor: Der Patient, die Arzt-Patient-Beziehung und die Stellung des Arztes im medizinischen Team. Auf der Grundlage dieser Einteilung bauen die zu vermittelnden Lehrinhalte auf: Methodische Grundlagen, Psychophysiologie, Emotion und Motivation, Lernen, Persönlichkeit, Entwicklung, Soziales Lernen, Gesundheits- und Krankheitsverhalten, Arzt-Patient-Beziehung, Bevölkerungsstruktur und -entwicklung, Soziale Schichtung. Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich strukturiert, Merksätze teils farbig unterlegt und piktographisch aufbereitet. Inhaltlich vermittelt das Buch Grundlagenkenntnisse der Soziologie und Psychologie, es ist verständlich, daß bei der Fülle an Theorien, die bei der Zusammenfassung zweier spezieller Disziplinen zusammenkommen nur ein repräsentativer Querschnitt gewählt werden konnte. Nichtsdestoweniger bietet das Buch in seiner knappen Form einen informativen Einstieg in die Bereiche der medizinischen Psychologie und Soziologie.




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