
Einzigartig - Sechs Sterne xxxxxx - Michael Pollan s Omnivore s Dilemma gehört für mich zu den besten Büchern, die ich in den letzten zehn Jahren (mindestens) gelesen habe. Wäre es nicht nur auf englisch verfügbar, wäre es fraglos das EINE Buch, das ich jederzeit und so oft wie möglich, verschenken würde. Meines Wissens gibt es im deutschen Sprachraum kein Buch zum Thema Ernährung (im weitesten Sinne), was Michael Pollan s Darstellung auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. Und dies nicht nur wegen der Breite des beschriebenen Sujets, sondern auch wegen Pollan s begnadeter Schreibkunst. Das Buch hat mich in eine ganz neue Dimension des Wissens über die Natur von Lebensmitteln und deren Herstellung gehievt. Soviel zu lernen bei gleichzeitig so hohem Lesegenuss ist einzigartig.Ich selbst lese wohl relativ viele Bücher im englischen Original, bin aber alles andere als ein native English speaker , die schriftstellerische Leistung von Pollan wurde mir jedoch von der ersten Seite an deutlich. Im deutschsprachigen Raum überwiegt die eher fade journalistische Schreibe bei Büchern zum Thema Food . Das Lesen des OD (auf Amazon.com gibt es über 440 meist ähnlich überschwengliche, positive Rezensionen zu dem Buch, wobei der Titel häufig nur als OD bezeichnet wird) war ein Genuß und nehme ich allein meine Unterstreichungen, Hervorhebungen und Randbemerkungen, dann gibt es - glaube ich jedenfalls - kein einziges Buch meiner Lesekarriere (und die reicht über Jahrzehnte), das dem auch nur nahekommt. Wie gut muss das Englisch sein, um das Buch mit großem Appetit lesen zu können? Ich würde sagen, advanced sollte der Sprachskill schon sein und dann bleiben immer noch viele Wörter - und nicht nur die Fachbegriffe -, die man im Wörterbuch nachschlagen muss. Klar, kaum jemand wird über dieses Nachschlagen begeistert sein, aber wie gesagt: Dieses Buch lohnt sich mehr als viele, viele andere.
Eine Odyssee des Essens - Du bist, was du isst. - Doch was essen wir, in der industrialisierten Welt heute eigentlich? Welche Beziehung haben wir zu unserem Essen, woher kommt es, auf welchem Weg wird es hergestellt und wie beeinflusst es das Leben jener, die sich damit beschäftigen, dass wir unsere Steaks, unser Obst, unseren Salat auf den Teller bekommen?Wie kommt es, dass es bei Essen mehr als bei vielen anderen Gegenständen des täglichen Lebens im allgemeinen mehr auf Preis als auf Qualität drauf ankommt?Michael Pollan ist Journalist und um sich dem Thema Essen, dem Thema Ernährung und vor allem der Beziehung des Menschens zu seinem Essen anzunähern, hat er vier Mahlzeiten, ja eigentlich vier Nahrungsketten verfolgt: von dem Moment, in dem ein paar Photonen von der Sonne Energie bereitstellen bis zu dem Moment, in dem die Menschen das Endprodukt der Nahrungskette zu sich nehmen.Dabei ist er der Frage nachgegangen, wie Essen heute produziert wird, welche Auswirkungen das auf Mensch, Pflanze, Tier, Ökonomie und Ökologie hat und welche Beziehung die Menschen zu ihrem Essen haben, das heute mehr denn je seine Bedeutung verliert und zur bloßen Bedürfnisbefriedigung verkommt.Die vier verfolgten Mahlzeiten bestehen aus:- Industrial Food: ein McDonald s-Menü, dessen Ursprung die endlosen Maisfelder Iowas sind - dieser Mais liefert ca. 70% der Rohstoffe für ein komplettes McDonald s-Menü- Industrial Organic Food: Am Ende ist Bio auch nur ein Label - und in vielen Belangen entsprechen die Praktiken in der Biobranche denen der industriellen Nahrungsmittelerzeugung recht genau.- The Pasture: das vielleicht schönste Kapitel zeigt eine Farm, auf der durch intensive Mischbewirtschaftung ohne jeden Dünger, ohne Pestizide und nur durch die Symbiose vieler verschiedener Organismen glückliches, gesundes Essen hergestellt wird - befriedigt die bukolischen Bedürfnisse eines jeden Lesers, die wohl tief in uns stecken...- The Woods: am Ende beschließt der Autor, sich noch eine Mahlzeit selbst zu erlegen: durch Jagen, durch Sammeln, durch Pflücken.Das Buch ist nicht nur unglaublich interessant, sondern auch sehr unterhaltsam, ja oft einfach nur witzig zu lesen, vor allem aber bietet es Einblicke, Überlegungen und Denkanstöße ohne moralischen Zeigefinger, die einem endlich mal das big picture erkennen lassen.Schon lange nicht mehr hat mich ein Sachbuch derartig mitgerissen, begeistert und beeindruckt, ich kann es nur jedem (!) ans Herz legen.
About our food chain - I bought Mr. Pollan s book after reading an article by him in the New York Times about nutraceuticals. It made me want to read more by the author, who has a knack for putting things in a nutshell (Don t eat anything your grandmother would not recognize as food.) Sure, it is a long read but extremely interesting. I never thought about the fact that nowadays corn is at the very basis of most of the processed food we eat (we make herbivore cows eat corn they can hardly digest) and that it is fertilized by industrial fertilizers based on mineral oil, whereas in nature it is the sun that is feeding the process of growing grass, which is the basis of anything else raised and grown on a farm. I like the fact that Mr. Pollan points out that for many of us it is simply not possible to get our food from farmers operating on wholesome principles. Nevertheless, the book stresses the right points. Unfortunately, no solutions. We are on the wrong track. But thanks to the information given in this book, we can spot the right thing when we see it and it is up to us to support it. Knowing what I know now I am more than willing to pay the price for wholesome food and will know to avoid the cheap anonymous massproduced stuff.Four stars out of five, as sometimes the tone is a bit too chatty for my taste.